Bei Filz sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt
17. April 2012Heute stellen wir das Angebot von filzwerk48 vor, das Sigrun Mangler im Jahr 2009 gegründet hat. Sie arbeitet hauptberuflich als Schulsekretärin in Teilzeit, um genug Zeit zum Umsetzen ihrer Filz-Ideen und das Fertigen der Produkte zu haben. Für sie sind insbesondere formales Design, exakte Verarbeitung und hochwertige Materialien wichtig – da haben wir schon eine schöne Gemeinsamkeit entdeckt. Was noch hinter filzwerk48 steckt, verrät Sigrun Mangler im folgenden Interview …
Frau Mangler, auf Ihrer Website www.filzwerk48.de schreiben Sie: “Das Arbeiten mit Filz und das Verarbeiten von Wolle zu Filz macht mir unheimlich viel Spaß. Wenn unter meinen Händen etwas Schönes entstanden ist, sind dies meine persönlichen Glücksmomente.” Wie sind Sie denn zum Thema Filz gekommen und was mögen Sie daran so gerne?
Vor vier Jahren kam ich durch eine Freundin, die mir die Grundtechnik des Nassfilzens zeigte, zum Filzen. Es folgte eine Zeit des Ausprobierens – hauptsächlich bei Filzblüten. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, fein ausgearbeitete und in einem Arbeitsgang ineinander gefilzte Blüten zu fertigen und nicht durch das Annähen einer Befestigung die Ästhetik der Blüten wieder herabzusetzen. So investierte ich viel Zeit, um beides perfekt im Ausdruck und der Nutzung herstellen zu können. Parallel dazu begann ich, Taschen nass zu filzen, da mir die klassisch nass gefilzten, die ich auf Kunsthandwerkermärkten zu sehen bekam, nie gefielen. Es fehlte mir die „Linie“ und es war mir zu wenig Augenmerk auf die Form und eine exakte Ausarbeitung gelegt.

Meine Taschen fanden im näheren Umkreis großen Anklang und die Nachfrage stieg innerhalb kürzester Zeit mehr als ich dachte. Über das Thema Taschen kam ich zum Designfilz, da mir der ästhetische Ausdruck einer Designfilztasche wesentlich besser gefiel. So filzte ich meine Blüten in der Nassfilztechnik und wechselte im Nutzungsbereich Taschen & Co. zum Designfilz. Da beide Filze unterschiedlich verarbeitet werden, jede Technik mich anders anspricht, ist es für mich die perfekte Art, mit Filz in Berührung zu bleiben.
Sie haben eine Website und auch eine Facebook-Seite, um Ihre Produkte bekannt zu machen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht und welche Kanäle nutzen Sie sonst noch?
Bestellungen über meine Website sind rar – sie nutze ich als Präsentationsplattform. Mein Verkauf läuft hauptsächlich über daWanda, facebook und – nicht zu unterschätzen – die Mundpropaganda im näheren Umfeld!
Wie wird sich aus Ihrer Sicht das Filz-Geschäft in den kommenden Jahren entwickeln? Ist der Trend schon vorüber oder hat Filz noch eine rosige Zukunft vor sich?
Eine Prognose ist schwierig, wobei ich glaube, dass Menschen, die das Material mögen, sich immer wieder im Netz auf die Suche nach solchen Produkten begeben werden und auch auf diesem Gebiet die Qualität Bestand haben wird.

Ein Wort zum Schluss?
Das Verarbeiten von Wolle zu Filz verbindet für mich Handwerk und Kunst – ein Feld, das so weit gesteckt ist und der Kreativität keine Grenzen setzt. Der Prozess des Werdens ist immer wieder spannend und faszinierend. Dieser Teil fehlt beim Verarbeiten von Designfilz. Er liegt ja bereits gefertigt vor mir und dennoch berührt mich dieses Material immer wieder aufs Neue. Beim Nassfilzen liegt die Genauigkeit im Auslegen der Wolle und im sauberen „Finish“, beim Verarbeiten des Designfilzes im exakten Zuschnitt und sauberen Vernähens. Beiden Techniken liegen kreative Ideen zugrunde, die mir hoffentlich noch lange nicht ausgehen werden.
Das hoffen wir und bedanken uns ganz herzlich für Ihre Antworten!


